27. Mai 2009

004 - Australien 2009 - Part I - Westküste

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Besser spät als nie – und weil auch die schönsten Erinnerung „flüchtig“ sein können, hier der klitzekleine Versuch, die letzten 5 Wochen „festzuhalten“.
Am Montag dem 20.04. ging´s endlich wieder los: über London (4 Stunden Langeweile, auf dem wohl am stärksten abgesichertem Flughafen der Welt, der Weg zur Kippe war ein langer) und Hong Kong (keine Spur von Langeweile) ging es nach Sydney.
Warum in Hong Kong die Langeweile verflogen war? Na ganz einfach, weil ich mit einer Krankenschwester auf Reisen war – und die schmeißen ja, was sie kriegen können. In diesem Fall war´s vielleicht die ein oder andere kleine Pille zuviel. Dani fing schon auf dem 2. Flug an, die seltsamsten Sachen zu machen: neben ganz ganz ganz viel Schlafen eben auch das genüssliche Zurechtlegen einer Speckschwarte (English Breakfast halt) auf die Gabel. Das klingt vielleicht nicht sonderlich erwähnenswert, wenn´s aber einen „eingefleischten“ Vegetarier betrifft, dann eben doch! Ich hab mich erbarmt und ihr den Schinken auf dem Zeitlupenweg zum Mund wieder entwendet und betroffen beiseite gelegt. Der ganze Spaß wurde dann aber beim Aufenthalt in Hong Kong n bissel ernster. Die Gute hat sich die Seele aus dem Leib gekotzt und bis zum Schluss war nicht klar, ob ich die Flughafenbetreuer, die mit uns und Rollstuhl tapfer durchs Terminal stapften, überzeugen könnte, dass Dani durchaus flugtauglich ist und eben nur ganz ganz ganz doll müde. Ich hab Dani dann in den entscheidenden Momenten einfach sehr deutlich gesagt, dass sie jetzt mal die Augen auf und einen Schritt vor den anderen setzen muss. Das hat geklappt!
Den 3. Flug hat sie dann komplett verpennt – ihren Versuch Nudeln zu essen, hab ich jedenfalls ganz schnell unterbinden können (einmal Schuheputzen reicht). Letztlich kamen wir gegen 20:00 in Sydney an und Dani war ganz erstaunt, dass das NICHT Hong Kong ist. Und ums gleich vorweg zu nehmen: Fotos gibt es nicht, ich hatte so schon mehr zu wuseln, als mir recht war :-)
Naja – die erste Nacht in Australien haben wir jedenfalls auf dem Flughafen in Sydney verbringen müssen: pendelnd zwischen Domestic und International Terminal, irgendwann dann auf dem Boden liegend neben anderen Gestrandeten
bis dann am Mittwoch gegen 07:00 endlich der erste Flieger nach Perth abhob. Schon unglaublich, da ist man 4 Stunden in der Luft und doch nur am anderen Ende eines ganz ganz großen Landes.
Weil man ja doch nicht alle Verpflichtungen abstreifen kann, haben wir uns noch im Flughafen mit australischen Simkarten versorgt – von den Angeboten könnte sich alle deutschen Handyanbieter ne gute Scheibe abschneiden: 30 Dollar zahlen und 150 Dollar vertelefonieren können, genial! Der kurze Gang zum Klo inklusive Menschwerdung
dauerte dann aber doch so lange, dass man uns schon freundlich ausrufen ließ und unsere Rucksäcke längst von Unbekannten vom Band genommen und für uns bereitgestellt wurden. Empfangen wurden wir draußen dann von einem Regenbogen – übrigens der einzige für die nächsten 17 Tage! Das war doch vielversprechend.
Wir sind dann gleich ab ins Taxi und zu TRAVEL CAR CENTER. Ich bin ja kein Freund von Schleichwerbung, deswegen sage ich es ganz offen: genialer Laden, extrem freundlich (Taxirechnung wurde prompt bezahlt und auch alles andere Organisatorische im Vorfeld war ein Spaziergang) und dazu auch noch Topvans zu sehr sehr fairen Preisen (billig klingt halt so doof, aber irgendwie wäre das doch treffender). Wir haben uns kurz mit „Knut“ gekannt gemacht und dann ging´s es schon ab in den Linksverkehr auf der Suche nach nem Supermarkt. Der war schnell gefunden, das erste bunte Geld ausgegeben und dann sind wir auch schon zum ersten Campingplatz gefahren. Da ging dann nicht viel mehr als Meloneessen und ab ins Bett – irgendwie hatte mich der Jetlag dann doch gefunden, Dani war ja eh noch im letzten Komanebel.
Um 19:00 Uhr war die Nacht dann aber doch wieder vorbei, also ab unter die Dusche n Happen Essen, Bettenumbauen (von unterm-Dach aufs große Bett) und dann nochmal 10 Stunden Schnarcheln. Perfekt!
Am Donnerstag haben wir mit Blick auf eine bunte Schar von zufriedenen Vögeln am Wasser unser Frühstücks-Obst verdrückt und uns danach direkt auf den Weg aus der Stadt gemacht.
Auch wenn wir später viele Australier treffen sollten, die uns klar machen wollten, wie toll doch Perth ist (dauerwarm und entspannt) wollten wir einfach nur raus in die Natur und entdecken, was wir noch nicht kannten. Die ersten Tage waren rückblickend schön, aber nicht so spektakulär wie erwartet - aber besser eine Steigerung der Ah´s und Oh´s als wachsende Enttäuschung, ne?!
Keine 50 Kilometer nördlich von Perth liegt der YANCHEP NATIONALPARK. Hier findet man „schönes Buschland mit vielfältiger Flora und Fauna und eine geschützte Koalakolonie“ (Auszug aus dem Lonely Planet), das klang für den Anfang nicht schlecht. Letztlich war es ein sehr schöner, wenn auch ziemlich künstlich angelegter Nationalpark. Aber Flora und Fauna konnten wir wirklich entdecken: In der Koalakolonie erblickten wir immerhin 4 oder 5 knuffige Fellbüschel, einer bewegte sich sogar behäbig von einem Ast zum anderen. Was will man mehr?
Später fragten wir uns, warum es Koalas an der Westküste nur noch in geschützten Kolonien gibt, denn Eukalyptusbäume gibt es überall in Hülle und Fülle. Also eigentlich müsste man doch nur 2 Koalas auf einen Baum setzen und warten, oder?
Bei einem kleinen Spaziergang entdeckten wir dann auch schon unsere ersten Kängurus im Dickicht, sie waren kleiner als erwartet aber schon ziemlich süß.
Den Ausflug zur Kalksteinhöhle Crystal Cave hätten wir uns dann eigentlich sparen können, aber das weiß man ja immer erst hinterher. Von Neuseeland kannten wir ja nur Höhlen, die man auf eigene Faust erkundschafteln konnte, das ist in Australien scheinbar ganz anders.


Denn wir waren umringt von 20 anderen und einer sehr aufmerksamen Tourleiterin. Es war fast unmöglich ein Bild ohne die 20 Anderen zu machen, weil die gute Erklärerin uns nie aus den Augen ließ – im Gegenteil, als sie merkte, dass wir ausgetrampelte Pfade und touristenfreundliche Tunnel nicht so toll finden, hatte sie erst Recht n Kiecker auf uns.
Schade! Aber gut, man lernt dazu und der ganze Spuk war nach 45 Minuten auch schon wieder vorbei – und der Weg hin zur Höhle und zurück war ja auch ganz schön. Buschland eben!
Wir sind dann wieder ab ins Auto und weiter den Highway (bei uns in Deutschland würde sich sowas bescheiden Landstraße nennen: je eine Spur pro Richtung, aber ab und zu ganz gute Überholstreifen) entlang bis kurz vor LANCELIN. Wäschewaschen, Kochen und ab ins Bett. Es wird hier ja schon um 18:00 dunkel, da geht dann nicht mehr viel.
Am Freitag sind wir pünktlich um 10:00 los zum PINNACLES DESSERT. Schon komisch, in Neuseeland haben wir es selten geschafft, vor 13:00 loszukommen, wahrscheinlich lag´s an Max :-) Aber vielleicht auch nicht, vielleicht reichen 10 Stunden auch einfach aus – und wach ist wach. Die Strecke hat sich ziemlich gezogen, aber auch daran muss man sich in Australien gewöhnen: die Highlights liegen eben nicht nur einen Steinwurf von einander entfernt, man muss viele Kilometer schrubben, damit sich was ändert. Wir hatten für viele Tage immer gleiche Natur: karges Buschland.
Wie auch immer, mittags waren wir endlich bei den Pinnacles. Das sind Unmengen von verwitterten Kalksteinsäulen und weil da jede Menge heller Sand liegt, wirkt das ganze ziemlich wüstenartig.
Irgendwie sind sie eines der Hauptmotive auf Australienpostkarten, also erwartet man einen ganz großen Aha-Effekt.
Der bleib bei uns aber leider aus, auch wenn´s schön war. Man fährt halt mit dem Auto eine Route ab und ab und zu kann man aussteigen und es den Reisebusgruppen gleichtun: Bilder knipsen.
Ich glaube, wir mögen es ein wenig untouristischer und deswegen wollte wir die Zeit nutzen und sind wir relativ schnell weitergefahren nach DOGARA-PORT DENISON. Das ist ein kleines Küstenkaff mit 3.000 Einwohnern, 3 Campingplätzen und einem kleinen Hafen an der Central West Coast.

Stolz ist man dort auf den Fisherman´s Lookout mit seinem Obelisken, also haben wir den angeguckt
und sind dann auf den Pier vom Hafen. Natürlich über die Absperrung rüber, bis ganz nach vorne – für den Sonnenuntergang waren wir dann allerdings doch zu spät dran, knapp verpasst.
Also ne schnelle Kippe und im Schummerlicht zurück zu Knut und die Campküche.
Am nächsten Tag waren wir sogar schon um 07:00 wach – das sollte dann auch für lange Zeit unsere Aufstehzeit bleiben – und freuten uns dann auf IRWIN RIVER NATURE TRAIL, wegen der vielen Vögel wohl was für „Naturliebhaber“ laut Reiseführer. Letztlich war der Trail aber der absolute Witz, nur länger als der Weg zum nächsten Bäcker in Berlin, und alles andere als unangelegt - ein klassischer Trampelpfad.
Und an dem kleinen Wasserloch gab es dann weder die angekündigten Schwarzen Schwäne noch die Pelikane, sondern nur Möwen und Kraniche. Naja, man kann nicht immer Glück haben. Aber ein bissel enttäuscht waren wir schon!
Also ging´s dann auch schon bald weiter nach GERALDTON, mittlerweile waren wir schon 450 Kilometer nördlich von Perth. Wegen des Feiertags war in Geraldton alles geschlossen, aber immerhin haben wir einen guten Kaffee trinken können, Knut bekam ne volle Tankladung und auch unsere Simkarten fanden endlich mal wieder ein Netz, und so konnten wir ein Lebenszeichen nach Hause schicken und mit Renne am anderen Ende des Kontinents telefonieren. Vorfreude aufs Wiedersehen!


Apropos Feiertag, in Australien scheint man da eine ganze andere Strategie zu verfolgen als in Deutschland: wenn ein Feiertag aufs Wochenende fällt und die arbeitende Bevölkerung quasi nicht viel davon hätte, dann hängt man ans Wochenende ganz offiziell den Feiertag ran. Das klingt doch fair, oder? Und so haben viele Australier das freie Wochenende für Kurztrips genutzt, haben ihre Städte verlassen, sich ins Auto gesetzt und sind die Küste entlang. Alle entspannt und glücklich über den geschenkten Tag!


Letztlich sind wir dann noch weiter bis nach KALBARRI gefahren. Der dortige Nationalpark „umfasst mehr als 1000 km² Buschland, mit rotem Sandgestein, Eukalyptusbäumen, phantastischen Schluchten und herrlichen Klippen. Und es gibt zahlreiche Tiere.“ (Auszug LP). Genau die Tiere interessierten uns.

Und weil der Reiseführer auch für den RAINBOW JUNGLE nur die schönsten Wort fand, haben wir uns den angeguckt. Aber nur, um uns letztlich total zu ärgern. Der absolute Tourinepp. Die Vögel hausten hier eingekerkert in viel zu kleinen Käfigen statt im „üppigen tropischen Garten“ herumzuflattern.

Nach einer Stunde hatten wir wirklich genug und haben enttäuscht das Weite gesucht – uns standen die Türen ja zum Glück offen.
Um uns am nächsten Morgen die nächste Enttäuschung bei der vielgelobten Pelikanfütterung zu ersparen, sind wir lieber nochmal durch den Ort gefahren und am Strand per Zufall ein paar wirklich entspannte Pelikane getroffen.




Damit waren wir wieder versöhnt und deutlich entspannter. Wir haben dann nur noch schnell gecheckt, wo es denn dann wirklich zum Nationalpark geht und sind dann ab zum Camp: am Wasser, aber auch direkt an der Straße.


Kochen, Waschen (Dani war der Meinung, dass wir den einen Bezug vom Knut mal richtig durchwaschen müssen, keine Ahnung wer da gekleckert hat) und dann Schafen. Auch wenn das so eine Sache ist, denn eigentlich ist immer eine von uns wach: wenigstens zum Schoki- oder Käseessen, der Kühlschrank ist ja so nahe...
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Am 26.04. sind wir nur noch schnell zum Supermarkt und haben uns mit Wasser eingedeckt - die danebenliegende Tankstelle haben wir dabei geschickt übersehen (was uns aber erst sehr viel später bewusst werden sollte) – und dann ging es rein in den KALBARRI NATIONALPARK.
Nach 11 Kilometern wurde aus der Straße eine absolute Buckelpiste, also ging es noch knapp 30 Kilometer im Schneckentempo weiter bis zum LOOP TRAIL, der laut Reiseführer nur „was für Abenteuerlustige“ ist.
Am Anfang des Wanderweges wimmelte es noch von Menschen, aber die meisten wollten sich zum Glück nur das NATURE WINDOW ansehen, das sparten wir uns aber für den Schluss auf. Wir sind dann den 8 Kilometer Loop gelaufen und wenn ich eins dabei gelernt habe, dann ist es das: Wenn irgendwo steht „Nimm mindestens 3 Liter Wasser mit“, dann nimmt man bitte auch mindestens 3 Liter Wasser mit! Ich hatte nur 1,5 Liter dabei und das habe ich auch gemerkt.
Der Track war eigentlich nur so schwer und bis auf ein, zwei knifflige Stellen auch nicht so abenteuerlich – aber es war einfach brüllend heiß! Erst ging es über die roten Felsen, später dann am Fluss entlang und teilweise sah hier wie nach einem Krieg aus.
Die Bäume hatten ihr Wurzelwerk vielleicht nicht ganz freiwillig komplett an die Luft verlegt, weil kaum Wasser da war. Naja, der Track war schon schön, und vor allem endlich mal was ganz Natürliches – aber eben auch sauanstrengend.
Ich war danach wirklich froh, dass ich nicht noch Auto fahren musste, Dani hat ganz freiwillig auch die 30 Kilometer Buckelpiste retour plus weitere 140 Kilometer auf sich genommen, bis nach BILLABONG ROADHOUSE – auch wenn das nicht unbedingt unser Ziel war. Denn auf halber Strecke gab uns Knut plötzlich zu verstehen, dass auch er verdammten Durst hat. Und wir wussten weder wo die nächste Tanke ist, noch wo es ein Plätzchen zum schlafen geben wird.
Die letzten 50 Kilometer sind wir dann wirklich langsam gefahren, um Knut nicht noch mehr zu quälen, die Tankleuchte war längst hell erleuchtet. In Billabong („3 people here, 5 overthere“) gab es dann letztlich genau das was uns zum Glück fehlte: eine Tanke und ein Pseudocamp. Was waren wir froh! Weil´s aber weder ne coole Dusche noch ne Küche gab, sind wir schon um 19:00 Uhr hungrig und schwitzend ins Bett gefallen (ehrlich). Um 21:45 war Dani dann aber wieder wach, also das Übliche: Schoki, Käse, Kippe. Danach haben wir aber immerhin 9 Stunden durchgepennt.
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Am Montagmorgen haben wir alles schnell zusammen gepackt und bei einem der 8 Einwohner zwei labbrige Toasts und n ollen Kaffee getrunken. Der Campvater hat uns dann den guten Morgen allerdings ziemlich verhagelt, er hat uns mit dem Üblichen zugetextet: arrogantes Gelaber der Australier, alle Schwarzen und Moslems wollen die westliche Welt zerstören, wir in Europa werden noch unser Wunder erleben... Ätzend! Vor allem, weil manche Australier so dermaßen arrogant sind und sich für den Nabel der Welt halten, dabei haben sie vor 250 Jahren den Kontinent am anderen Ende der Welt in Beschlag genommen und nichts anderes gemacht als die Welt der ältesten Kultur zerstört, die Welt der Aborigines. Aber dafür fehlt ihnen scheinbar jedes Gefühl. Wir hatten echt genug und sind schnell abgezogen, weiter in den Norden zur zum Weltnaturerbe gehörenden SHARK BAY, hier verlaufen zwei „atemberaubende Halbinseln parallel zum Festland und sind von von fruchtbaren Meeresschutzgebiet umgeben“ (Auszug LP).
Erster Stopp war der HAMELIN POOL mit den megaalten Stromatolithen.



Im Grunde sehen die aus wie braunrote Steine, sie gelten aber als Begründer jeglichen Lebens auf Erden. Die Mikroben, die diese felsähnlichen Formationen bilden, sind denen vor 1,9 Milliarden Jahren wohl noch sehr ähnlich – und die entwickelten sich irgendwann zu komplexen Lebensformen aus. So in etwa was das damaaaaaaals.
In der Shark Bay trafen übrigens wohl auch die ersten (echten) Australier – die Aborigines – auf die ersten Europäer. 1616 ging der holländische Eroberer Dirk Hartog vor jener Insel vor Anker. Vielleicht hätten wir das dem Billabong-Deppen so deutlich mal sagen sollen.
Wie auch immer, weiter ging´s durch die immer gleiche Landschaft zum SHELL BEACH.
Hier liegt eine teilweise bis zum 10 Meter dicke Schicht von kleinen Herzmuscheln vor einem herrlich ruhigem Meer. Sehr, sehr schön!


Next Stopp war dann der EAGLE BLUFF, schöne Aussicht, aber leider keine Tiere (keine Adler in Luft, keine Haie im klaren Wasser). Schade!
In DENHAM haben wir dann ein kleines Päuschen gemacht, Sandwiches gegessen und einen Kaffee getrunken. Und als ich vom Public-Klo kam, schlawenzelten gerade ganz entspannt 3 Emus über die Straße. Die gehören hier zum Stadtbild. Cool!
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Wir sind dann auch noch den letzten Rest der Insel abgefahren, bis nach MONKEY MIA. Wir nächtigten in einem wirklich schön angelegtem Ressort, es wirkte zwar alles etwas unecht und wie aus einem Werbefilm, aber diesmal hatten wir alles richtig gemacht.



Denn nach ner Dusche und Kartoffeln mit SourCreme und Gurkensalat (von dem hatte Dani letzte Nacht so heftig geträumt, dass mich mitten in der Nacht schlaftrunken weckte und fragte, was ich denn da nasche – nix natürlich) ging es zur ABORIGINAL-NIGHTDREAM-TOUR von Darren „Capes“ Capewell.
Capes stammt hier aus der Gegend und brachte uns und noch 4 anderen seinen Busch, seine Sprache Malgana und die Kultur seines Stammes Malgona nahe. Und das hat er wirklich ganz ganz eindrucksvoll gemacht! Er erklärte uns, wie der Busch spricht (z.b. zeigen Muschelschalen unter Bäumen Wasser an, und auch Känguruspuren führen zu Wasserläufen). Er sprach vom Respekt für das Land, der Einheit von Erde (Rot), Herz (Schwarz) und Sonne (Gelb) und brachte uns einzelne Brocken seiner Sprache bei. Als er uns dann ein Stück durch den Busch zu einem Feuer an einer heiligen Senke seines Stammes führte, entdeckten wir im Schein seiner Taschenlampe einen Ameisenigel. Wir konnten zwar nur sein Hinterteil knipsen, aber immerhin.
Wir mussten wir dann stehen bleiben und alle Lampen ausmachen. Dann zeigte uns Capes, dass den Aborigines am Himmel nicht die Sterne wichtig sind, sondern die schwarzen Löcher. Und tatsächlich, so klar wie der Himmel war, konnten auch wir direkt neben der Milchstraße einen auf einem Nest brütenden Emu erkennen. Das war wirklich faszinierend!


Am Feuer malte uns dann Capes die einzelnen Stämme hier in der Gegend in den Sand, in ganz Australien sind es 350, insgesamt machen sie aber nur 2-5% der Bevölkerung aus. Ich glaube, Capes hätte tausend Gründe gehabt, bestimmte Fakten mit Wut zu verpacken, aber er bleib in allem sehr klar und frei von Vorwürfen – und das machte diesen Abend zu etwas ganz Besonderem. Wie kann es sein, dass den Aborigines erst 1969 das Wahlrecht in ihrem eigenen Land bekamen, dass erst 1993 die Landrechte der Ureinwohner in ganz Australien anerkannt wurden. Da ist man doch einfach nur sprachlos!
So eine Tour sollte Pflichtprogramm für jeden australischen Schüler sein, vielleicht wäre das Miteinander von echten Australiern und neuen Australiern dann ganz anders. Uns beruhigte, dass es aber immerhin 4 aufgeschlossene Australier gibt, die mit uns bei der Dreamtur von Capes waren. Und ihre Fragen zeigten, dass sie mehr wissen wollten von dieser alten Kultur. Capes machte uns dann noch superleckeren Fisch auf dem offenen Feuer und für Dani gab es extra vegetarische Dinger, die zwar nussartig aussahen aber zum allergiefrei schmeckten. Am Ende gab es dann noch eine Didgeridooeinlage, bei der wir im Sternenhimmel entspannt den Emu bewundern konnten. Herrlich! Zur Krönung gab´s dann sogar noch 2 Sternschnuppen. Dieser Abend war einfach nur eins: absolut genial!!

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Am 28. waren wir wieder schon um 07:00 wach, aber das war okay. So konnten wir nach dem Frühstück noch den Rest der Delfin-Fütterung vom Monkey Mia Ressort mitkriegen.
Auch wenn wir erst ein komisches Gefühl dabei hatten, dass man freie (wilde) Delfine am Strand von Touristen füttern lässt – die Tiere scheinen das wirklich freiwillig zu machen.
Insgesamt waren 13 Delfine da, die selbst dann noch lange in Strandnähe blieben, als keine Fische mehr zu holen waren.

Der Weg in die SHARK BAY hat sich in jedem Fall gelohnt. Zum ersten Mal seit einer Woche hatten wir das Gefühl, dem Lonely Plant doch Glauben schenken zu dürfen.

Gegen 10:00 sind wir dann den Zipfelweg der Insel zurückgefahren um wieder auf den North-West-Costal-Highway zu kommen. In CARNAVON gab´s dann wieder einen billigen Woolworth zum Kühlschrank füllen (so oft, wie wir tanken müssen um all die Kilometer schrubben zu können, sollte man auch mal einen Blick auf die Angebote schmeißen) und sogar pünktlich zu Mutschs Bday ein Vodafonnetz. Also konnten wir ihr ein Ständchen singen :-) Bestens! Und weil grad alles so bestens lief, sind wir dann gleich noch hoch bis zur CORAL BAY gefahren. Die letzten Kilometer waren dann aber echt anstrengend, weil die Sonne gegen 18:00 doch schnell untergeht und man tierisch auf Rinder, Emus und Kängurus im weiten Feld aufpassen muss. Wir haben schon so genügend zerfetzte Leiber am Straßenrand sehen müssen, unglaublich was das für ein Tierfiredhof ist. Aber kein Wunder, bei den Riesenmaschinen, die nicht ohne Grund Roadtrains heißen und wahrscheinlich alles wegsäbeln, das ihnen in die Quere kommt.
Unser Camp in der CORAL BAY ist total riesig und teuer, hier hat man sich eben dem Tauchtoursimus verschrieben, weil das NINGALOO REEF genau vor der Haustür liegt. Also so wirklich gemütlich war das nicht. Das Kochen in der Campküche war ein einziger Krampf, weil es genau 2 Herdplatten gab und 15 Leute gleichzeitig was essen wollten. Wir haben dann die Soße zum Reis kurzerhand in die Mikrowelle gschoben – und das Ergebnis war einfach nur eklig! Als wir dann frustriert auf eine Chance am Abwaschbecken warteten, mussten wir wohl oder übel ne Runde Kniffel mit zwei sehr sehr verstrahlten Typen spielen. Aber zum Glück gab´s in diesem Touristenschmeltigel ein Pub und so waren wir die Würfelfreunde schnell wieder los.
Am Samstagmorgen haben wir dann erstmal die Tauchmöglichkeiten für Dani gecheckt. Keine leichte Aufgabe. Sie wußte nur eins: Tauchen statt Schnorcheln und Walhaie sind ebenso toll wie Mantarochen. Letztlich, nach vielen Hin- und Her hat sie sich fürs Schnorcheln mit Mantarochen entschieden und packte noch zwei Tauchgänge obendrauf. Und weil ich keinen Bock hatte, den ganzen Tag dumm am Strand rumzuliegen, hab auch ich mich gezwungen, es mal wieder mit dem Schnorcheln zu probieren. Die Tour für den übernächsten Tag haben wir bei einem sehr sehr witzigen Typen gebucht, der sogar ziemlich gut Deutsch sprach – auch wenn er uns das erst verdammt spät wissen ließ. Weil wir nun noch den ganzen Tag Zeit hatten, sind wir nach nem kurzen Kaffee hoch nach EXMOUTH gefahren. Das Megakaff hatte noch nicht mal einen brauchbaren Bankautomaten, aber wenigstens eine Tanke, und die brauchen wir ja fast täglich. Von dort aus sind wir wenigstens zu einem der Capes Australiens gefahren


es müsste das Westcape gewesen sein – und dann in den CAPE RANGE NATIONAL PARK gedüst. Cape Range, das klingt irgendwie ganz großartig, aber im Grunde ist der Bewuchs verdammt mickrig, kniehohes Gestrüpp, that´s all! Aber dafür war man mittendrin in der Natur. Das Camp hatte nicht viel, nur ein Buschklo und einen Zugang zum Strand. Es ist hier brutal heiß – genau richtig für Dani, für mich echt zuviel. Also haben wir uns kurz mit dem Baden versucht, aber weil da so viele rote Quallen waren, fand ich das nicht so entspannend. Ich hab ja schon die hellen Quallen an der Ostsee immer total eklig gefunden. Und so bin ich bei den roten Dingern hier Dani kaum von der Seite gewichen. Man weiß ja nie! Dani ist jedenfalls noch sehr viel länger in der prallen Sonne geblieben, ich habe mich lieber in den Knut zurückgezogen und mich heimlich auf das Wetter in Tasmanien gefreut (ich hatte ja keine Ahnung, was uns da erwarten würde).

Als auch Dani dann endlich mal Hunger hatte, hat sie zum ersten Mal unseren Gaskocher im Knut angeschmissen – und so gab es mitten in der Wildnis Nudeln mit Pesto, sehr lecker!

Danach sind wir auf Kängurupirsch gegangen. Wir hatten ja schon überall Spuren im Sand entdeckt gehabt, aber was dann zur Dämmerung abging, war wirklich fett! Es ist der absolute Wahnsinn, wie viele Kängurus hier herumhopelten, es müssen Tausende gewesen sein. Und wenn die Kumpels einen Menschen entdecken, bleiben sie wir Erdmännchen starr stehen und gucken. 



Als wir dann noch für ne Gute-Nacht-Kippe am Strand saßen, erblickten wir zur Kröhnung auhc noch Kängurukäkel, die kriechen: dicke Schnecken. Na dann, gute Nacht!

Am nächsten Tag waren wir schon vor dem Wecker wach, schon um 06:30 sind wir losgezogen zum PILGOMAN CREEK im NP. Ein Ranger hatte uns erklärt, dass das nur ein kurzer Walk wäre, aber der zog sich dann doch verdammt in die Länge und die Uhr tickte...
Wir wollten doch unbedingt die kleinen Bergwallabies sehen. Alle anderen Frühaufsteher sind die Strecke schon mit ihren 4WD gefahren, aber auch wir hatten Glück: die kleinen Hüpfer turnten auch noch um 07:30 auf den Felsen rum. Total knuffig!

Irgendwann bekam ich dann auch mein Frühstück
und dann ging es los zur MANDU MANDU GORGE. Mit ner Schlucht verbindet man ja in der Regel Wasser. Aber auch hier war das Flussbett komplett ausgetrocknet.
Der Weg war trotzdem cool: immer bergauf, bergab, ne gute Stunde.
Next Stopp war dann der MAGROVEN PARK. Dani wollte doch endlich mal Bäume im Wasser sehen. Die hier waren zwar nicht ganz so schön wie die damals auf dem Arthur´s Pass in Neuseeland, aber immerhin: grüne Bäume in diesem kargen Nirgenwo tun einfach gut! 


Am Bird Hide gab´s es dann leider nix zu sehen... aber dafür kreuzten dann mal wieder die Emus unseren Weg!
Danach ging es wieder über Exmouth zurück nach CORAL BAY. Das alte Camp, der gleiche Stellplatz, warum nicht. Und wie das so ist, kamen wir beim Pseudokochen inder Chaosküche mit zwei Mädels ins Gespräch, die ihrem Van auch einen Namen gegeben haben (Hilde) und gerade erst ihren Tauchschein gemacht hatten. Und so haben wir den Abend bei Wein und Unterwassergeschichten verbracht. Naja, ich gebe zu, meine Lust aufs kühle Nass am morgigen Tag wurde ein wenig gedämpfter.


Am 01. Mai war´s dann soweit. Danis Tauchabenteuer, mein Schnorcheldesaster. Dani war herrlich aufgeregt, man könnte meinen, sie war fast schon nervös. Wow, plötzlich war TAUCHEN doch nicht das natürlichste der Welt... Und weil die Nacht schon so stürmisch war und auch am Morgen noch ein ziemlicher Wind ging, haben wir uns schnell noch Tabletten against seasick besorgt, sicher ist sicher! Im Tourladen wurden dann Flossen und Wetsuits verteilt. So ein bissel daneben kam ich mir schon vor, weil alle anderen wie routinerte Tauchen wirkten und ich schon vorm Schnorchel Respekt habe. Diese verdammte Nasenatmung! Wie auch immer, ab aufs Boot, raus aufs NINGALOO REEF, schnell ein paar Instruktionen und dann ging es auch gleich zur Sache: wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und mussten auf Kommando in die Fluten springen. Ein Helikopter in der Lust hatte zwischenzeitlich die Mantarochen geortet und eine Divemeisterin gab uns per Arm zu verstehen, wo wir hinsollten. Das ging alles sooo schnell! Alle stürmten zu der Stelle. Bis ich da war, war ich schon so fertig und aufgeregt – hallo, Mantarochen sind ja keine Guppys sondern riesige Dinger – dass ich mit dem blöden Schnorchel gar nicht atmen konnte. Ich musste ihn mir einfach vom Kopf reißen, um irgendwie runter zukommen. Alle anderen schienen keine Probleme zu haben, gesehen habe sie aber auch nix. Das Meer war zu aufgewühlt.

Beim zweiten Durchgang hab ich´s dann nochmal probiert und den Rochen immerhin von oben bei ner Rolle gesehen, aber gerade als ich so meinen Rhythmus gefunden hatte, zischte der schon wieder n Stück weg. Ey, das Ganze war echter Stress, ich hatte genug mit mir und lebenserhaltenden Maßnahmen zu tun, da war mir der Rochen irgendwann auch egal!

Den dritten Versuch hab ich mir geklemmt. Dani meinte danach, dass aber gerade der Durchgang perfekt war, weil die Schnorchler kaum schwimmen mussten, der Manta bleib einfach bei ihnen und drehte eine Rolle nach der anderen. Dani jedenfalls hatte ihren Spaß und hat die komplette Unterwasserkamera verschossen. Nur einmal kam ihr der Mantarochen dann mit seinem Megamaul doch so nahe, dass selbst sie mal n halben Meter Abstand gewinnen wollte und n kleinen Gluckser von sich gab.

Danach fuhr das Boot zum ersten Tauchspot im CANYON. Weil Danis letzter Tauchgang eben doch schon n bissel verjährt ist hatte sie ihre eigene Divemasterin an ihrer Seite


und wenn ich das alles richtig beobachtet habe, dann behaupte ich mal: sie war ganz froh drum!


Beim ersten Diving musste sie nämlich dann doch nochmal nach oben kommen und neu ansetzen: das Atmen durch so eine blöde Maschine ist eben doch was ganz anderes.
Danach lief es dann aber wohl ganz gut, immerhin sah sie n Hai und so! Für mich wäre das ja mal definitiv nix gewesen, ich hab derweil das Leben auf dem Sonnendeck genossen.

Nach nem leckeren Snack gab es dann für die Tauchen den zweiten Gang in die Tiefe an Spot LOTTIES LAGOON. Die Zeit wollte ich wirklich nochmal zum Schnorcheln nutzen und eine Britin hat sich auch wirklich sehr bemüht, mir das ruhige Atmen zu erklären, aber wirklich gebracht hat das nix. Das Meer war durch den Sturm eh so aufgewirbelt, dass ich nur ein graues Riff gesehen habe. Immerhin, vom Boot aus konnte ich eine Schildkröte vorbei ziehen sehen und zwei Dudong-Muttis (Seekühe) mit ihren Babys.

Gegen 15:00 war der ganze Wasserspuk dann zum Glück vorbei und wir hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Und weil der Tag noch jung war, sind wir gleich los. Bis nach GIRALIA.
Dort hatte so ein einsamer Farmer einen Teil seines Landes für Camper hergerichtet. Ein total friedliches Plätzchen. Später haben wir erfahren, dass die Gegend hier wahrscheinlich zum Nationalpark erklärt wird. Verständlich!

Am nächsten Morgen haben wir uns dann wieder auf die Piste gemacht. Letztlich wurden es dann 600 Kilometer, diesmal nicht mehr die Küste entlang, sondern ab ins Landesinnere. Die erste Teilstrecke bis zum NANUTARRA ROADHOUSE war mal wieder eine echte Zitterpartie. Das Übliche: diesmal hatten wir nur noch 7 Liter im Tank und für ca. 80 Kilometer die blinkende Tankanzeige vor der Nase. Unglaublich, was der Knut so schluckt! Vor allem war wir so gezwungen, bei der größten Halsabschneidertanke Westaustralien zu tanken, hier war das Benzin gute 40 Cent teurer als in Perth. Grummel!


Weiter ging es dann Richtung Osten bis nach TOM PRICE. Immerhin, die Landschaft wurde langsam aber sicher reizvoller, es gab Sträucher, einzelne Bäume und zwischendurch sogar mal ein paar Hügel am Horizont! Superschön! In der ollen Minenstadt waren wir nur schnell einkaufen (Vorräte es geht ja wieder in die Natur) und tanken (sicher ist sicher) und dann ging es das letzte Stück in den KARIJINI NATIONALPARK bis zum Camp, das ein bissel auf schick macht in dieser Wildnis. Egal, unser Spot war schön, die Kartoffeln ausm Knut lecker und das Sand unter unseren Füßen rot. Perfekt!
Am 03. sind wir dann zum OXER LOOKOUT im NP gefahren. Hier treffen sich gleich 4 Gorges, schon krass – auch wenn man unten nicht mehr als ne Fütze Wasser erblicken konnte.
An dieser Stelle ist vor einigen Jahren mal ein Retter umgekommen, als er einen Backpacker retten wollte, der irgendwie nicht mehr aus der Schlucht heraus kam. Gruselig!


Wir sind dann von dort aus natürlich erstmal einen falschen Track gelaufen, der uns zwar nach unten führte, aber im Nirgendwo endete.


Also wieder retour und neuer Versuch – die Ausschilderungen hier sind wirklich unter aller Sau. Diesmal lief´s aber besser und wir landeten unten beim HANDRAIL POOL. Nicht zum Baden, aber immerhin n schönes Fleckchen Wasser. 

Danach sind wieder 40 Kilometer Buckelpiste gefahren – fahren, fahren, fahren, in Australien muss man eben immer fahren – um zur DALES GORGE und den FORTESCUE FALLS zu kommen. Da gab es unten endlich einen coolen Pool zum Baden und rote-Erde-von-Füßen-abwaschen. Super, auch wenn ne Menge Leute da waren.



So langsam mussten wir uns Gedanken um das Timing machen, schließlich waren wir mittlerweile 1.500 Kilometer nördlich von Perth und irgendwie musste wir den guten Knut dort ja auch wieder abgeben. Also haben wir beschlossen, noch eine Nacht im KARIJINI NATIONALPARK zu verbringen und dann den Northern Highway gen Süden in Angriff zu nehmen.

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Wie sagen wir immer so schön: was geht es uns gut! Die Nacht hat sich gelohnt. Eigentlich fing es schon am Abend an. Als wir gerade beim Kochen waren, kam ein extrem netter Typ (ein nach Neuseeland ausgewanderter Holländer, der in 30 Jahren nie mehr als die Umgebung von Auckland gesehen hat, weil er da alles hatte was er brauchte und nun in Australien alle Nationalparks abklappert) auf einem Fahrrad vorbei. Er hatte die Campsite neben uns und bat uns, keinen Müll draußen zu lassen, weil doch die Dingos hier so aktiv sind. Bestens! Wir waren in heller Vorfreude. Es gab sie hier also auch, wir mussten sie nur noch sehen! Und bei der Gute-Nacht-Kippe (wir hatten unseren Müll natürlich brav ins Auto geholt, logisch) hörte ich es plötzlich rascheln und keine 5 Sekunden später schlawenzelte ein Dingo an unserem Knut vorbei als wäre nix dabei! Cool, aber das Ganze ging so schnell, dass es nicht für ein Foto reichte. Wir haben dann noch n bissel bei offener Tür gelesen und auf jedes Geräusch gelauscht - und plötzlich schaute mir ein zewiter (oder war es derselbe) tief ins Auge, aber genauso schnell war er auch schon wieder weg. In der Nacht haben wir dann ganz viele Dingos heulen gehört, der Weg in den Busch fürs Klo war also nicht so easy :-)

Morgens waren wir mal erst um 07:00 wach und Danis erste Worte waren: „Piffl jetzt haben wir sie verpasst!“ Welch ein guten Morgen. Aber denkste, einer kam nochmal kurz kieken und gab uns alle Zeit der Welt für ein paar coole Fotos! Perfekt, der Ausflug in den KARIJINI NATIONALPARK hatte sich also auch gelohnt.




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Nach dem Frühstück haben wir dann richtig Strecke gemacht und dabei sogar entdeckt, dass Knut einen 4. Gang hat (das wirkte sich auch gleich positiv auf die Tankanzeige aus). Halten, Tanken und Rauchen mussten wir trotzdem: in NEWMAN, KUMARINA ROADHOUSE und MEEKATHARRA.

Und gelandet sind wir dann nach 750 Kilometern auf einer schnuckligen Ranch kurz vor CUE. Hier auf NALLAN waren wir die einzigen Leute, es gab eine Küche wie vor 100 Jahren und alles hatte seinen ganz besonderen Charme. Nur die Duschen waren kalt. Egal, irgendwie war es ein ziemlich cooler Ort und wir hatten das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben!


Am 05. Mai waren wir nochmal einen ganz Tag auf der Piste. In WUBIN verriet uns die Tankfrau dann eine Geheimroute nach Perth und die war wirklich schön: total verlassen, links und rechts Wälder oder Farmen (mit halb verhungerten Schafen auf leeren Feldern). Wir kamen dann sogar so früh in PERTH an, dass wir gleich noch weiter nach ROCKINGHAM fahren wollten. 


Auch weil das Chaos in der Großstadt nicht wirklich nach Urlaub schmeckte. Das Ganz endete dann aber in einem Desaster. Erstens haben wir uns ca. 1,5 Stunden komplett in dieser Stadt verfahren und als wir uns endlich wieder gesammelt hatten (Einkaufen kann Wunder wirken), war es uns absolut nicht möglich, einen Campervanpark zu finden. Diese Stadt mit 81.000 Einwohner sah es einfach nicht für nötig, irgendetwas auszuschildern. Eine Tankfrau gab uns letztlich mal einen Stadtplan und drei mögliche Plätze. Die sind wir alle abgefahren, aber die Campingplätze waren alle dicht und verrammelt: Schranke runter, Feierabend! Das ist uns nirgendwo so passiert, aber klar, hier in einer Stadt muss man sich ja vor Randalierern schützen. Also besser eine Festung ums Camp als Spät-(17:00)-Ankömmlinge begrüßen. Und wir waren nach 10 Stunden Outbackautobahn echt durch...

Wir sind dann also noch ein Stück weitergefahren, nach MANDURAH. Da sah es mit 71.000 Einwohner nicht viel anders aus, aber Dani entdeckte ein Camperparkschild und wie durch ein Wunder machte uns dort um 20:30 dann doch noch einer auf. Der Typ war zwar schon ziemlich versoffen, aber er gab uns einen Stellplatz. Nix tolles, aber die Duschen waren warm und wir froh! Duschen, Essen – und der Entschluss, so schnell wie möglich wieder raus aus der Zivilisation.

Gesagt, getan. Nach einigen Wirren finden wir am nächsten Morgen die Info von Mandurah und die Mitarbeiter dort waren ziemlich fähig, wir bekamen die Infos die wir brauchten. Nach einem wirklich guten Kaffee ging es nach DWELLINGGUP, zum Glück nur noch ein Katzensprung.
Das LANE POOLE RESERVAT entschädigte uns für die letzten 24 Stunden vollkommen: satter Mischwald, dazu der Murray-River, Vögel in allen Größen und Farben. Super! 

Wir sind ein bissel die Wege entlang – wieder versaute 4WD Spuren, die Knut echt durchschüttelten – und haben uns ein Plätzchen für die Nacht ausgesucht. Dann sind wir nochmal Irrwege gefahren um uns irgendwo ein Kanu auszuleihen. Pustekuchen, denn genau der einzige Anbieter im Ort hatte heute seinen freien Tag. Bäh! Also retour zu unserem Plätzchen, Brotzeit für uns und die Enten und dann weiter zum nächsten Spot im NP. Hier wollten wir wenigsten noch ein paar Meter eines Tracks am Fluss entlang laufen, aber der war wieder so miserabel ausgezeichnet, dass das nicht so wirklich funktionierte. Immerhin hörten wir eines der grauen Kängurus, die es hier geben sollte und ein paar Vögel beschmissen uns von oben aus den Bäumen mit harten kleinen Dingern. 


Als wir dann zu unserem auserwählten Schlafstellplatz zurück kamen, mussten wir feststellen, dass so ein blöder Britz-Camper uns zuvor gekommen war. Shit! So langsam hatten wir zwar genug von dem Geholper der Wege hier (es ging schon lange nicht mehr um die Frage „wer darf fahren“, sondern vielmehr um „wer muss fahren“), aber uns blieb ja immer noch die Hoffnung auf einen anderen schönen Platz und vielleicht sogar auf ein paar nachtaktive Tiere.


Unser kleiner Dämmerungsausflug ging dann allerdings komplett in die Hose. Dieser Wald ist ein klein wenig unübersichtlich, es ist uns also noch nicht mal gelungen, den gleichen Weg vom Tage zu finden – und von Tieren haben wir auch nix gesehen. Schade! Irgendwann hat uns Dani mal wieder ein kleines Festmahl gezaubert und so aßen wir bei Kerzenschein im Knut.

Als wir am nächsten Morgen mutig die Tür vom Knut öffneten, war es erstmal nur eins: saukalt. Und Kängurus gab es auch keine :-( Immerhin waren wir trotz gemütlichem Frühstück dann so schnell weg, dass uns kein Ranger zur Kasse bitten konnte, man könnte also behaupten, wir hätten „wild“ gecampt. Auch nicht schlecht.

Und auf dem Weg aus dem Nationalpark bekamen wir dann auch endlich unsere Grauen Westernkängurus zu Gesicht, schön entspannt (kleiner Tipp: lieber immer wieder langsam mit dem Auto vorbei fahren, also zu Fuß auf Fotojagd gehen) an einer Lichtung.

Wir sind dann jedenfalls über HARVEY (hier gabs in der Info endlich den gesuchten Fingerhut für die Schneiderin unseres Vertrauens) in den YALGORUP NATIONALPARK gefahren. Der macht zwar nur einen ganz schmalen Streifen an der Küste südlich von Perth aus, zeigt aber sehr eindrucksoll, wie der Meeresspiegel vor 130.000 Jahren ausgesehen haben muss: überall finden sich Muschelbänke im Wald. Und Salzseen, die wie in Roturua (NZ) stinken.
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Zuerst haben wir den Heathlands Walk gemacht, ganz entspannt in einer Stunde zum LAKE PRESTON und zurück.
Danach ging es zum LAKE POLLARD Trail – und zum angeblichen Bird Hide. Aber für die Schwarzen Schwäne waren wir zu spät dran, die sieht man hier nur bis März. Egal, die hatten wir ja nun auch schon in Massen in Neuseeland gesehen.

Wie auch immer, wir haben uns dann mit den Büchern bewaffnet und sind zum Lake an unserem Camp runter. Wir wollten wenigstens mal die dreckigen Füße waschen. Und gut, dass wir uns nicht weiter ins kalte Naß getraut haben, weil es so eklig war – denn unsere Füße zeigten nach dem Trocknen eine echte Salzkruste. Bäh!
Dani ist noch n Augenblick länger in der Restsonne geblieben und hat dabei prompt ein Bush Wallaby vor die Linse bekommen.
Der Abend war dann auch noch sehr sehr tierisch! Kaum ging die Sonne unter, hüpften 2 schnucklige Opossums vom Baum, so waren zwar langsam unterwegs, aber wir zu überrascht um sie richtig gut knipsen zu können.
Als wir mit den Headlights bewaffnet auf der Suche nach ihnen waren, entdeckte Dani eine Riesenratte. Erst dachten wir, es wäre eine Wasserratte, die es hier in der Gegend geben soll, aber ein Blick ins schlaue Buch verwies eher auf das Kurzschwanzkänguru. Cool! Noch eins mehr in der Liste. Vor allem, weil wir noch Nudeln (pssst, wir schämen uns auch wirklich!) über hatten, die der Kumpel genüsslich aß, während wir um ihn herumwuselten und Fotos machten.
Am Ende sah es selbst eine fröstelnde Dani ein, dass es gut war, dass wir an diesem Plätzchen geblieben sind!

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Unser vorletzter Tag mit Auto stand ganz im Sinne: Saubermachen! Zuerst den Knut. Es dauerte eine echt nervende Ewigkeit bis wir wieder in Perth waren (Trafficjam und diverse Ampeln auf dem Highway – alles klar!) und dann dauerte es nochmal ewig bis wir endlich eine der Selbstwaschanlagen gefunden hatten. Knut sah zwar nicht mehr so übel nach Outback aus wie noch vor ein paar Tagen, aber als wir mit Vollpowerdüse das Wasser auf ihn losließen kam da doch noch ne ziemlich rote Suppe runter.

Dann wurde Knut natürlich noch ne Runde ausgesaugt und auf unserem Camp (das gleiche wir bei unserer Ankunft vor 16 Tagen) so richtig auf Hochglanz poliert. Wahrscheinlich war das in der Gründlichkeit überhaupt nicht nötig, aber Dani hat da so ihre Ansprüche :-)

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Als dann auch noch grob unsere Rucksäcke gepackt waren und die Wäsche im Trockner trudelte, durften auch wir unter die Dusche. Herrlich! Man will nie wieder dreckig sein – und weiß doch ganz genau, dass die nächsten Tage kein Wellnessurlaub werden.
Zur Krönung gabs dann mal statt Nudeln Reis und statt Pesto Honey Mustard Soße – nicht ganz so aufwendig wie damals in Neuseeland, aber verdammt lecker im 2-Komponenten-Verfahren. Danke Dani fürs viele Kochen, immer mit einem Lächeln!

-->Am 09. Mai lag dann schon die letzte Nacht im Knut hinter uns *Trauer* ab 06:00 Uhr standen Frühstücken, Packen und ein letzter Feinschliff im Innenbereich des Vans an. Ich sag mal so: steril! Wir sind dann noch in ein übergroßes Shoppingcenter gefahren, auf der Suche nach Postkarten (nix), Crocks (nix) und dem perfekten Tierbuch für Dani (auch nix). Gegen 11:30 haben wir den Knut dann ohne Beanstandungen bei TRAVEL CAR CENTER (ihr wisst ja, weil wir so begeistert waren und auch auf der Strecke immer wieder von Leuten auf den Knut angesprochen wurden) abgegeben. Völlig easy. Von dort aus fuhr uns dann eine supernette Taxifahrerin (ursprünglich aus Burma, studierte Designerin auf Jobsuche) nach Perth-Midland. Wir waren ja immernoch auf der Suche nach diesem und jenen. Aber das konnte man voll knicken, also bleib uns nicht mehr als ein Eiskaffe und Sonne für Dani und Schatten für michum die Zeit bis zum Flug nach MELBOURNE irgendwie rumzukriegen. Ätzend, vor allem mit diesen ganzen Rucksäcken.

Der Renne saß derweil schon im Flieger von Townsville nach Melbourne. Der Countdown für Part II tickte also schon!